Gestern sind wir frueh morgens in Moskau eingerollt. Die Zugbegleiterin war so fuersorglich uns schon anderthalb Stunden vorher bescheidzuklopfen und ab da an uns aller zwanzig Minuten zu erinnern, dass sie die Toiletten bald abschliessen wird. Muede vor dem Kazanskoe Bahnhof stehend sahen wir gleich eines der in den Fuenfziger Jahren erbauten Hochhaeser kommunistischer Baukunst, ein wenig wie Strausberger Platz, bloss um einiges groesser. Mit der ersten U-Bahn fuhren wir zum Hostel und goennten uns schnurstracks eine Dusche. Drei Tage im Zug unterwegs, ohne Dusche – wir konnten uns selber nicht mehr riechen, aber auch nur schwer von uns weg.
Im Anschluss liefen wir durch Moskau, auf unserer Rueckreise die dritte weltbedeutende Hauptstadt nach Delhi und Peking (bald sind wir in Nummer vier: die Weltstadt Berlin). Auf dem Gelaende eines renovierten gold- und gruenbezwiebelten Klosters verspeisten wir zum Fruehstueck unsere Broetchen, liefen weiter vorbei am Grossen Theater, welches gerade selber renoviert wird und standen ploetzlich am roten Platz. Die Schlange fuer Lenin war ueberschaubar und so warteten wir kurz und konnten kurz darauf den heldenbesaeumten Weg an der Kremlmauer entlanggehen, dessen Hoehepunkt das Mausoleum war. Drinnen in der Dunkelheit des Raumes in der Mitte plaziert liegt der gar nicht so alt und gar nicht so gross aussehende einbalsamierte Lenin und laesst sich nix anmerken. Soldaten achten darauf, dass man keine Fotos macht und nur fluestert und nach zwei Minuten ist man auch schon wieder raus aus dem Mausoleum. Schon eigenartig diese Zurschaustellung, vielleicht gar nicht schlecht, wenn der Gute seinen (letzten?) Willen bekommt und auf den Friedhof nach St. Petersburg verlegt wird, wo auch seine Mutter liegt.
Nach dem Totenbesuch liefen wir ueber den roten Platz, besuchten das palastartige Kaufhaus GUM (ein Pflichtpunkt, nachdem dieses Haus im Russischunterricht so ueber den Klee gelobt wurde) und standen plotzlich vor den bunten bekannten Zwiebeltuermen der Basilius Kathedrale. Danach ging es fuer uns noch durch den Kreml, den Sitz der Regierung, der teilweise fuer Besucher frei ist. Mit schweren Beinen schleppten wir uns zurueck zur Hostel, wo wir uns kurz ausruhten.
Das war noetig, denn Olga, eine Freundin von Tom, hatte ein kleines Abendprogramm fuer uns zusammengestellt, was aus einer Borschtsch mit Wodka nahe der Lenin Bibliothek, einem Spaziergang um die riesige Lomonossow-Universitaet und einem wahnsinnigen Blick ueber Moskau von einem Dingsbums-Gora (genauen Namen vergessen) bestand, und viel Laufen. Mit schmerzenden Beinen fielen wir kurz vor Mitternacht ins Bett, was fuer ein Tag, was fuer eine Stadt.

oh man wie cool, MOSKAU. jahrelang im russischunterricht drüber gesprochen und ihr habts nun endlich gesehen.